Glaubensimpulse

Worte an die Gemeinde

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Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben

Diese Worte richtet der Prophet Amos an das Volk Israel. Er spricht seine Einladung aus. Er lädt sie in Gottes Namen ein Gott zu suchen. Und er lädt sie zum Leben ein!

Die meisten Israeliten waren damals sehr religiös. Sie feierten ihre Gottesdienste, brachten ihre Opfer und spendeten den zehnten Teil ihrer Einkünfte (vgl. Amos 4, 4-5). Doch sie lebten gleichzeitig an Gott vorbei. Er war nur für religiöse Angelegenheiten zuständig. Selbst da stand er in Konkurrenz zu zahlreichen Götzen. Mit ihren Geschäften, ihren Entscheidungen, ihrer Rechtssprechung, ihrem Umgang mit den Armen und dem Missbrauch ihrer Macht sollte Gott nichts zu tun haben. Da sollte er sich bitte raushalten. In Israel blühte Korruption und Vetternwirtschaft. Unterdrückung der Armen war an der Tagesordnung.

 

Dieses Unrecht konnte Gott nicht verschweigen und die Augen zudrücken. Er ruft die Verantwortlichen des Landes zur Umkehr, zur Änderung ihres Lebens auf. Er lässt sich nicht mit Opfern einer religiösen Inszenierung abspeisen. Er will Aufrichtigkeit und nicht Heuchelei und frommes Getue (vgl. 5, 21-23).

Fehlende Glaubwürdigkeit und Integrität schreckt nicht nur andere Menschen ab, sie trennt auch von Gott. Wenn das der Fall ist, verlangt Gott Umkehr. Darum redet Amos im Auftrag Gottes und lädt seine Zuhörer ein, Gott wieder zu suchen.

Es bedeutet allerdings nicht, dass Gott sich gerne verbirgt und die Menschen im ausweglosen Labyrinth der Gottes Vorstellungen alleine lässt. Ganz im Gegenteil – Gott sucht die Menschen! Gottes Suchen nach Menschen zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Gott sucht die Menschen auch dann, wenn sie nicht nach ihm fragen. Gott spricht – so beginnt dieser Text. Er sprach damals durch Amos und andere Propheten. Er spricht auch heute, wie es im Hebräer Brief 1,1 heißt, vielfältig und auf vielerlei Weise. Er hat in einzigartiger Weise durch Jesus Christus – seinen Sohn – gesprochen.

Jesus hat die Menschen ebenfalls ermutigt Gott zu suchen. Er sagt: „Bittet, so wird euch gegeben, sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.“(Mt. 7, 7-8)

Er verstand das Ziel seines Lebens darin, dass Menschen durch ihn ein erfülltes und mit Gott versöhntes Leben finden. Er sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben, und es im Überfluss haben.“ (Joh. 10, 10b). Doch Jesus geht es genauso wie Amos nicht um Lippenbekenntnisse, die nichts mit Leben zu tun haben. So prangert er mit den Worten des Propheten Jesaja die heuchlerische Frömmigkeit der Pharisäer an: „Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.“(Mt. 15, 8)

Diese Gefahr besteht auch heute. Es geht nicht darum Gott einmal erlebt zu haben, sondern mit ihm in einer lebendigen Beziehung verbunden zu bleiben. Es geht nicht nur um den Gottesdienst am Sonntag, sondern um unseren Dienst vor Gott und Menschen, um unser Leben im Alltag. Möge es ein Leben zur Gottes Ehre und zum Wohle der Menschen sein.

Gott lädt uns dazu ein und verheißt uns: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.“ (Jer. 29, 13)

Alexander Zeeb

   

Herrnhuter Losungen  

Sa 19. Mai 2012
So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.
Dass einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue Gottes Treue aufheben? Das sei ferne!
   

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